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Ja, eine Shimano DC-Rolle lässt sich tunen, nur nicht an der Bremse. Das DC-System (Digital Control) ist eine verschlossene, elektronisch gesteuerte Einheit, an der du nichts austauschen, ölen oder umbauen solltest. Alles andere in einer Curado DC, SLX DC oder Metanium DC ist eine ganz normale Baitcaster: Spulenlager, Wormshaft, Piniongear, Drivegear-Lager und Knob-Lager lassen sich tauschen wie bei jeder Curado oder Metanium ohne DC. Dieser Artikel zeigt dir, was das bringt, welche Lager in welche DC-Rolle passen und was beim Einbau anders ist als bei einer Rolle ohne DC.
Das DC-System von Shimano ist eine elektronisch gesteuerte Spulenbremse. Beim Wurf erzeugt die drehende Spule Strom, ein Chip in der Seitenplatte misst die Spulendrehzahl bis zu tausendmal pro Sekunde und bremst die Spule elektromagnetisch. Das System braucht keine Batterie, lädt sich bei jedem Wurf selbst und sitzt in einer abgedichteten Einheit in der Seitenplatte. Das Pfeifen beim Wurf kommt genau daher.
Wichtig für alles, was danach kommt: Die DC bremst nicht gleichmäßig über den ganzen Wurf, sondern nach einer Kurve. Direkt nach dem Auslösen bremst sie fast nicht, damit die Spule schnell hochdreht. Wenn die Spulendrehzahl ihren Höhepunkt erreicht, zieht die Bremse kurz stark an, genau da entsteht sonst die Perücke. Danach fällt die Bremskraft auf das Minimum, das das gewählte Programm vorgibt. Nur wenn die Elektronik unregelmäßige Drehzahländerungen erkennt, etwa weil der Köder im Gegenwind abbremst, greift sie wieder stärker ein. Das heißt: In der zweiten Hälfte des Wurfs, wenn die Spule auslaufen soll, bremst das DC-System kaum noch. Dort entscheidet die Lagerreibung, wie weit der Köder fliegt.
Drei Shimano-DC-Generationen sind in Deutschland im Umlauf:
| System | Rollen | Einstellung |
|---|---|---|
| I-DC4 | Shimano Curado DC (2018), Shimano SLX DC (2020, 71 und 151) | Ein Wahlrad außen mit vier festen Programmen: 1 für maximale Weite, 2 für Geflecht, 3 für Fluorocarbon und steife Schnüre, 4 für maximale Kontrolle und Skipping |
| I-DC5 | Shimano 22 SLX DC XT, Shimano Metanium DC (2020), Shimano 24 Metanium DC, Shimano 25 Aldebaran DC 30/31 | Innen ein Schalter für den Schnurtyp (Nylon, Fluorocarbon, Geflecht), außen ein Wahlrad mit fünf Stufen von Minimum bis Maximum, zusammen 15 Bremsprofile. Bei der 24 Metanium DC sitzen beide Regler außen, bei SLX DC XT und Metanium DC 2020 liegt der Schnurtyp-Schalter unter der Seitenplatte. Die 25 Aldebaran DC hat eine verkleinerte DC-Einheit mit neu abgestimmtem I-DC5 für eine 30-mm-Spule |
| 4x8 DC | Shimano Antares DC (2021) | Innen vier Modi (Fluorocarbon, PE, Nylon, Extreme Long Cast), außen acht Stufen, zusammen 32 Kombinationen |
Ein Hinweis zum I-DC5, weil er auf vielen Händlerseiten und auch bei Shimano Europe falsch steht: Einen „Automatikmodus“ gibt es an der 24 Metanium DC und der SLX DC XT nicht. Es gibt drei Schnurtypen und fünf Stufen, mehr nicht. Weder an der Rolle noch auf den Seiten von Shimano Japan oder Shimano USA taucht ein Automatik-Schalter auf. Was Shimano Europe „Automatik“ nennt, ist vermutlich das, was der Chip ohnehin macht: die Bremskraft im Wurf selbst regeln.
Für das Tuning heißt das: Die DC-Einheit bleibt zu. Es gibt keine Bremsgewichte, die du versetzen kannst, keine Magnete, die du tauschen kannst, und nichts in der Einheit, das geölt werden muss. Defekte DC-Einheiten sehen wir in der Werkstatt praktisch nie. Was wir sehen, sind DC-Rollen, die ab Werk sehr reichlich gefettet sind, und das Fett bremst mehr als die Elektronik.
Alles, was mit Reibung zu tun hat. Und eine Position, an der Shimano bei allen drei Rollen ab Werk spart: Am Wormshaft, der Schnurführungsspindel, sitzt bei Curado DC, SLX DC XT und Metanium DC eine Kunststoffbuchse statt eines Kugellagers. Bei der SLX DC XT kommt eine zweite Buchse am Piniongear dazu, das kleine blaue Teil, das man beim Öffnen sofort sieht. Curado DC und Metanium DC haben dort ab Werk ein Edelstahllager.
| Bauteil | Ab Werk | Tuning | Spürbarer Effekt |
|---|---|---|---|
| DC-Bremseinheit | Elektronik, abgedichtet | Kein Tuning möglich | Nur Programmwahl |
| Spule | Shimano MGL-Spule mit DC-Element | Kein Tausch möglich | Es gibt keine vertrauenswürdigen Aftermarket-Spulen für DC-Rollen |
| Spulenlager (2 Stück) | Edelstahl, gefettet | APEX (Keramik) oder EDGE (Hybrid) | Früherer Spulenstart, längerer Auslauf, mehr Wurfweite, präziseres Pitchen |
| Wormshaft | Kunststoffbuchse (alle drei Rollen) | EDGE | Ruhigerer Schnurvorschub, weniger Widerstand beim Wurf |
| Piniongear | SLX DC XT: Kunststoffbuchse. Curado DC, Metanium DC: Edelstahllager | APEX oder CORE | Bei der XT der größte Sprung, bei den anderen Feinschliff |
| Drivegear-Support (3 Stück) | Edelstahl, gefettet | APEX plus CORE | Gleichmäßigeres Kurbeln unter Last |
| Knob-Lager (4 Stück) | Shimano Serie | CORE | Spielfreie Knobs |
| Bremsscheiben | Shimano Serie | Carbontex | Ruckfreier, gleichmäßiger Schnurabzug im Drill |
| Bremsklicker | Nicht vorhanden | Dragclicker von Rollenwerk (24 Metanium DC) | Bremse klickt im Drill und lässt sich danach komplett öffnen |
| Kurbel und Knobs | Shimano Serie | Carbon-Handle, EVA- oder Alu-Knobs | Gewicht, Griff, Optik |
Mehr Wurfweite. Der Grund steht oben in der Bremskurve: Nach dem Peak der Spulendrehzahl geht die DC-Bremse auf ihr Minimum zurück. In dieser Auslaufphase entscheidet allein die Lagerreibung, wie lange die Spule nachläuft. Ein APEX-Lager mit Keramikkugeln und PEEK-Käfig hat deutlich weniger Reibung als ein gefettetes Serienlager, die Spule läuft länger, der Köder fliegt weiter. Das gilt bei einer DC-Rolle genauso wie bei einer Rolle mit Magnet- oder Fliehkraftbremse.
Dazu kommen drei Effekte, die du sofort merkst:
Wir haben das gemessen, nicht geschätzt. Als wir die 24 Metanium DC noch selbst verkauft haben, hatten wir eine Rolle ab Werk und eine mit APEX-Spulenlagern nebeneinander, sonst nichts getauscht: gleiche Rute, gleiche Schnur, gleicher Köder, gleicher Tag auf dem Sportplatz, Weite mit dem Messrad abgelaufen. Mit verschiedenen Ködern kamen wir mit den APEX-Lagern im Schnitt rund 30 Prozent weiter. Der Wert schwankt mit Wind, Köder und Wurfstil, aber die Richtung war bei jedem Wurf dieselbe. Und das nur mit den zwei Spulenlagern, die Wormshaft-Buchse war da noch drin.
Wie das aussieht, zeigt der Short unten: 24 Metanium DC ab Werk und dieselbe Rolle mit APEX-Spulenlagern, jeweils einmal angestupst. Als wir das gepostet haben, kamen prompt Kommentare, das sei Fake, so drehe sich keine Metanium ab Werk. Doch, tut sie. Und genau deshalb lohnt sich der Tausch.
Der zweite Schritt ist der Tausch der Kunststoffbuchsen gegen Kugellager. Eine Buchse ist ein Gleitlager. Sie läuft mit Fett, hat Spiel und wird mit der Zeit rau. Am Wormshaft bedeutet das: Die Schnurführung läuft beim Wurf mit Widerstand mit, und dieser Widerstand liegt direkt am Spulenfreilauf an. Am Piniongear bedeutet es: Die Hauptachse läuft unter Kurbellast mit Reibung.
Wie viel das bringt, hängt von der Rolle ab:
| Rolle | Wormshaft ab Werk | Piniongear ab Werk | Was das Komplett-Kit ändert |
|---|---|---|---|
| Shimano Curado DC | Kunststoffbuchse | Edelstahllager | Eine Buchse raus, alle Lager auf APEX/EDGE/CORE |
| Shimano 22 SLX DC XT | Kunststoffbuchse | Kunststoffbuchse | Zwei Buchsen raus, der größte spürbare Sprung von den dreien |
| Shimano 24 Metanium DC | Kunststoffbuchse | Edelstahllager | Eine Buchse raus, Rest ist Feinschliff auf schnellere Lager |
Ehrlich gesagt: Bei der SLX DC XT ist das Kit ein anderes Rollengefühl, weil Shimano dort an zwei Stellen gespart hat. Bei der 24 Metanium DC läuft schon ab Werk fast alles auf Lagern, das Kit bringt die Wormshaft-Buchse raus und ersetzt gute Serienlager durch schnellere. Der Effekt kommt aber bei beiden aus dem Zusammenspiel: Spulenlager, Wormshaft und Piniongear greifen beim Wurf ineinander. Läuft eine Position mit Reibung, bremst sie die anderen mit. Erst wenn alle drei frei laufen, dreht die Spule so, wie du es aus dem Freespool-Video kennst. Wer nur die Spulenlager tauscht und sich wundert, warum die Rolle „freier, aber nicht rund“ läuft, hat meistens noch die Wormshaft-Buchse drin.
So sind die Komplett-Kits bestückt:

Alle hier genannten Shimano DC-Rollen nutzen Spulenlager mit 3 mm Innendurchmesser, 10 mm Außendurchmesser und 4 mm Breite (kurz 3 x 10 x 4 mm oder 1030), auch die Aldebaran DC. Die Metanium DC von 2020 und die 24 Metanium DC sind unterschiedliche Rollen mit unterschiedlichem Gehäuse, die Spulenlager sind aber gleich groß.
| Rolle | Bremse | Spulenlager | Spulenlager-Set | Komplett-Kit |
|---|---|---|---|---|
| Shimano Curado DC 150 / 151 (2018) | I-DC4 | 2 x 3 x 10 x 4 mm | APEX Set Curado, Variante Curado DC | Komplett-Kit Curado DC 151 |
| Shimano SLX DC 71 / 151 (2020) | I-DC4 | 2 x 3 x 10 x 4 mm | APEX Set SLX | Tuning Kit SLX / SLX DC / MGL |
| Shimano 22 SLX DC XT 70 / 71 | I-DC5 | 2 x 3 x 10 x 4 mm | APEX Set SLX | Komplett-Kit 22 SLX DC XT |
| Shimano Metanium DC 70 / 71 (2020) | I-DC5 | 2 x 3 x 10 x 4 mm | APEX Set Metanium | Kein Komplett-Kit, Spulenlager-Set passt |
| Shimano 24 Metanium DC 70 / 71 (HG, XG) | I-DC5 | 2 x 3 x 10 x 4 mm | APEX Set Metanium | Komplett-Kit 24 Metanium DC |
| Shimano 25 Aldebaran DC 30 / 31 | I-DC5 (2025) | 2 x 3 x 10 x 4 mm, eins davon auf der Spulenachse | APEX Set Aldebaran | Komplett-Kit Aldebaran DC 31 |
Welche Klasse für die Spulenlager? Bei Ködern unter 10 g und beim Pitchen APEX (Keramikkugeln, PEEK-Käfig, ABEC 9). Wer die Rolle zwischen 10 und 40 g fischt und Wert auf Haltbarkeit legt, nimmt EDGE (Hybrid, ABEC 9). CORE (Edelstahl, ABEC 5) ist die Wahl, wenn du verschlissene Serienlager ersetzen willst, ohne mehr Speed zu brauchen. Wie du die drei Klassen unterscheidest, steht im Kugellager-Guide.
Bei fast jeder Baitcaster ohne DC sitzt ein Spulenlager auf der Spulenachse, gehalten von einem Pin, den du mit dem Pin Remover ausdrückst. Bei Shimano DC-Rollen ist das anders: Auf der Spulenachse sitzt kein Lager. Das eine Spulenlager sitzt auf der Kurbelseite unter der Spool-Tension-Kappe, das andere in der DC-Einheit in der Seitenplatte. Einen Pin Remover brauchst du für Curado DC, SLX DC, SLX DC XT und Metanium DC deshalb nicht. Die einzige Shimano-DC-Rolle mit einem Lager auf der Spulenachse ist die Aldebaran DC 30/31, dort brauchst du beides: Pin Remover für die Spule und den Weg in die DC-Einheit.

Das Lager in der DC-Einheit ist der Punkt, an dem viele hängen bleiben. Im Video zeige ich den kompletten Tausch an einer Aldebaran DC 31, inklusive Spulenlager mit Pin. Der Teil mit der DC-Einheit läuft bei Curado DC, SLX DC XT und Metanium DC nach demselben Prinzip, die Verschraubung und die Kleinteile unterscheiden sich von Modell zu Modell.

So läuft der Tausch des Lagers in der DC-Einheit:
Mit dem richtigen Werkzeug und den richtigen Lagern ist das in etwa zehn Minuten erledigt. Beim Ölen gilt: Ein Tropfen Leichtlauföl wie Alchemy Oil Ultra Light pro Lager, überschüssiges Öl abtupfen, kein Fett auf Spulenlager. APEX-Lager werden trocken geliefert und dürfen trocken laufen, der Tropfen verlängert die Lebensdauer und nimmt das Surren raus. Gerade bei DC-Rollen gilt: minimal ölen, sonst leidet der Freilauf.
Für den kompletten Lagertausch mit Wormshaft und Piniongear musst du zusätzlich das Getriebe öffnen. Wie das an einer SLX DC aussieht, zeigt das zweite Video: eine komplette Wartung mit Tausch aller Lager. Es startet direkt beim Lager in der DC-Einheit, wer die ganze Wartung sehen will, spult an den Anfang.
Das ist bei einer Metanium DC oder SLX DC XT machbar, aber ohne Erfahrung eine Stunde konzentrierte Arbeit mit vielen Kleinteilen. Wer das nicht selbst machen will, schickt die Rolle ein: Der Einbauservice für Komplett-Kits baut alle Lager ein, reinigt und ölt die Rolle und schickt sie eingestellt zurück.

Geschrieben von Danny Riewoldt-Liehr, RL-Angelrollentuning, Berlin. Stand: September 2026.
Die Shimano Curado DC nutzt zwei Spulenlager mit 3 x 10 x 4 mm. Das APEX Set für Shimano Curado hat eine eigene Variante „Curado DC“. Für alle Lagerpositionen inklusive der Wormshaft-Buchse gibt es das Komplett-Kit Curado DC 151 mit 11 Lagern.
Curado DC (2018) und SLX DC (2020) haben I-DC4 mit vier festen Programmen am Wahlrad. 22 SLX DC XT, Metanium DC (2020) und 24 Metanium DC haben I-DC5 mit drei Schnurtypen und fünf Stufen, zusammen 15 Bremsprofile. Antares DC hat das 4x8 DC-System mit vier Modi und acht Stufen.
Nein. Das I-DC5 der 24 Metanium DC und der SLX DC XT hat innen drei Schnurtypen (Nylon, Fluorocarbon, Geflecht) und außen fünf Stufen. Einen Automatik-Schalter gibt es nicht, auch wenn er auf einigen Händlerseiten und bei Shimano Europe genannt wird. Die Bremskraft im Wurf regelt der Chip immer selbst.
Ja. Die DC-Bremse zieht kurz nach dem Höhepunkt der Spulendrehzahl an und geht danach auf ihr Minimum zurück. In der Auslaufphase des Wurfs entscheidet allein die Lagerreibung, wie lange die Spule nachläuft. APEX-Lager mit Keramikkugeln laufen deutlich länger nach als gefettete Serienlager, der Köder fliegt weiter.
Nur bei der Aldebaran DC 30/31, die als einzige Shimano-DC-Rolle ein Lager auf der Spulenachse hat. Bei Curado DC, SLX DC und Metanium DC sitzt das eine Spulenlager unter der Spool-Tension-Kappe, das andere in der DC-Einheit. Für das Lager in der DC-Einheit löst du die Schrauben der Einheit, hebst sie an und hebst das Lager mit einem kleinen Haken heraus.
Nein. Die DC-Einheit ist abgedichtet und braucht keine Pflege. Gereinigt und geölt werden die Spulenlager, die Spulenachse und das Gehäuse. Das Spulenlager in der DC-Einheit tauschst du, ohne die Elektronik selbst zu öffnen.
Nein, keine vertrauenswürdigen. Das DC-Element sitzt an der Spule selbst, eine Fremdspule ohne dieses Element funktioniert nicht mit dem DC-System. Wer unter 4 g werfen will, ist mit einer BFS-Rolle und passender Spule besser bedient als mit einer umgebauten DC-Rolle.
Ein Tropfen Leichtlauföl pro Lager, danach abtupfen. APEX-Lager werden trocken geliefert und dürfen trocken laufen, ein Tropfen verlängert die Lebensdauer und reduziert das Surren. Kein Fett auf Spulenlager, bei DC-Rollen besonders sparsam ölen.