Twitchbaits bei RL-Angelrollentuning, Mad Max in Shallow, Medium und Deep Runner

Twitchbaits

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Twitchbaits bei RL-Angelrollentuning, Mad Max in Shallow, Medium und Deep Runner

Twitchbaits sind Hardbaits mit erratischer Action, die durch ruckartige Rutenbewegungen, sogenanntes Twitchen, ausgelöst wird. Beim gleichmäßigen Einkurbeln laufen sie ruhig und unauffällig, bei jedem Twitch zeigen sie unkontrollierbare, aggressive Bewegungen, die auch die vorsichtigsten Räuber zum Anbiss provozieren. Im Gegensatz zum Crankbait, der seine Action durch das Einholen allein erzeugt, lebt der Twitchbait von der Rutenarbeit des Anglers. Im Sortiment findest du Twitchbaits in unterschiedlichen Lauftiefen-Klassen, klassisch suspending, mit Magnetic Weight Transfer System und scharfen BKK Spear 21-SS Drillingen.

Welche Lauftiefen-Klassen gibt es

Twitchbaits werden, ähnlich wie Crankbaits, nach ihrer Tauchtiefe kategorisiert. Tauchschaufel-Größe und Anstellwinkel bestimmen, wie tief der Köder beim Einkurbeln läuft.

  • Shallow Runner (SR): Lauftiefe etwa 0,1 bis 1 m. Klassischer Twitchbait für flache Krautkanten, überflutete Strukturen und Uferzonen.
  • Medium Runner (MR): Lauftiefe etwa 0,5 bis 1,5 m. Allrounder für Plateau-Kanten und mittlere Wassersäule.
  • Deep Runner (DR): Lauftiefe etwa 1,0 bis 3 m. Für tiefe Plateau-Kanten und Mittelwasser-Strukturen, an denen ein Shallow Runner nicht ankommt.

Schwimmverhalten: Suspending dominiert

Anders als bei Crankbaits ist die Standardbauform beim Twitchbait suspending. Das hat einen guten Grund: Beim Twitchen springt der Köder nach vorne, bleibt beim Stoppen aber auf der eingestellten Tiefe stehen. Genau diese Pause-Phase ist der entscheidende Bissmoment. Vorsichtige Räuber, die einem aktiven Köder hinterherjagen, attackieren den ruhig stehenden Twitchbait gezielt aus dem Stand.

  • Suspending Twitchbait: bleibt beim Stoppen auf der Tiefe stehen. Bissfenster für vorsichtige Räuber. Standardbauform.
  • Slow Floating Twitchbait: steigt sehr langsam auf. Klassiker für klares Wasser und Stop-and-Go über Hindernissen.
  • Sinking Twitchbait: sinkt nach Stop ab. Für tiefere Bereiche und vertikales Twitchen.

Welcher Twitchbait für welchen Einsatz

  • Hecht über flachen Plateaus: Twitchbait Shallow Runner in 80 bis 110 mm. Aggressive Twitch-Action über Cover und Krautkanten.
  • Hecht in der mittleren Wassersäule: Twitchbait Medium Runner in 95 bis 110 mm. Standardklasse für Hecht-Twitchen.
  • Hecht in tieferen Bereichen und an Plateau-Kanten: Twitchbait Deep Runner. Erreicht Tiefen, an denen ein klassischer Crankbait Tight Wobble nicht mehr funktioniert.
  • Zander an Strömungskanten und Hartgrund: Medium Runner in 80 bis 95 mm. Aggressive Twitch-Action provoziert Standfische.
  • Barsch im klaren Wasser: kleiner Twitchbait Shallow Runner in 80 mm. Subtile Action mit Stop-and-Go.
  • Beißfaule Räuber, Hochdrucktag: Suspending Twitchbait mit langen Pausen zwischen den Twitches. Der ruhig stehende Köder zwingt zum Reflexbiss.
  • Forelle und Aitel: kompakter Twitchbait in 80 mm Klasse, leichte Twitches an UL-Spinnruten.

Twitchen, die richtige Technik

Die Action eines Twitchbaits entsteht erst durch die Rutenbewegung. Die Standardtechnik:

  • Köder werfen, einkurbeln bis er auf seiner Lauftiefe arbeitet.
  • Rutenspitze nach unten halten, etwa 30 bis 45 Grad.
  • Mit kurzen, scharfen Schlägen aus dem Handgelenk ziehen, etwa 10 bis 30 cm pro Twitch.
  • Zwischen den Twitches Schnur einkurbeln, damit kein Schnurbogen entsteht.
  • Pausen einbauen: 1 bis 3 Sekunden Stop, das ist der wichtigste Bissmoment.
  • Rhythmus variieren: zwei kurze Twitches, dann lange Pause. Drei mittlere Twitches, kurze Pause. Anglerinstinkt entwickelt sich nach wenigen Würfen.

Material und Konstruktion

Twitchbaits werden aus Hartplastik (ABS, Polycarbonat) gefertigt. Premium-Modelle nutzen ein Magnetic Weight Transfer System: bewegliche Wurfgewichts-Verteilung im Inneren. Beim Wurf rutscht das Gewicht nach hinten und sorgt für maximale Wurfweite und Wurfgenauigkeit, beim Auftreffen verlagert es sich zurück in die Lauf-Position. Das ist beim Twitchbait besonders wichtig, weil weite Würfe und präzise Twitches gleichermaßen gefragt sind.

Bleifreie Twitchbaits

Klassische Twitchbaits hatten lange Zeit Blei-Innenkomponenten. Moderne Konstruktionen verzichten zunehmend auf Blei und nutzen Zinn-Wismut-Legierungen oder Stahl. Bleifreie Twitchbaits sind Pflicht in den Niederlanden und Skandinavien bei Angelturnieren und an einigen Gewässern. Hersteller gleichen den geringeren Spezifischen-Gewicht der bleifreien Legierung über Bauform und Volumen aus, sodass die Twitch-Action gegenüber Bleikonstruktionen identisch bleibt.

Hakenausstattung

Twitchbaits sind ab Werk mit zwei oder drei scharfen, gehärteten Drillingen bestückt: einer am Bauch, einer am Schwanz, größere Modelle haben einen dritten in der Mitte. Bekannte Hakenmarken sind BKK Spear 21-SS mit Super Slide Coating für maximale Penetration, Owner ST-36 und VMC. Wer seine Twitchbaits aufrüsten will, findet im Sortiment hochwertige Drillinge und Sprengringe als Tuning-Komponenten.

Verwandte Kategorien

Wer einen Hardbait mit konstanter Action ohne Rutenarbeit sucht, findet ihn in der Kategorie Crankbaits. Für Köder mit Spinnerblatt oder Bladed-Jig-Action geht es zur Kategorie Blechköder.

Häufige Fragen zu Twitchbaits

Ein Twitchbait ist ein Hardbait, der seine erratische Action erst durch ruckartige Rutenbewegungen, sogenanntes Twitchen, entfaltet. Beim gleichmäßigen Einkurbeln läuft er ruhig, beim Twitchen springt er aggressiv und unkontrolliert nach vorne. Klassiker für Hecht, Zander und Barsch.

Ein Crankbait läuft beim gleichmäßigen Einkurbeln auf einer definierten Tiefe und liefert konstante Action ohne Rutenarbeit. Ein Twitchbait ist beim Einkurbeln ruhig und entfaltet seine erratische Action erst durch ruckartige Rutenbewegungen. Crankbait für Suche, Twitchbait für gezielte Spot-Präsentation.

Twitchen ist die Standard-Führungstechnik des Twitchbaits. Mit kurzen, scharfen Schlägen aus dem Handgelenk wird die Rutenspitze gezogen, der Köder springt nach vorne und zeigt erratische Bewegungen. Zwischen den Twitches Schnur einkurbeln und Pausen einbauen, das ist der wichtigste Bissmoment.

Suspending heißt, der Köder schwebt beim Stoppen auf der eingestellten Lauftiefe, ohne aufzusteigen oder abzusinken. Das öffnet Bissfenster, weil vorsichtige Räuber den ruhig stehenden Köder gezielt attackieren können. Die meisten Premium-Twitchbaits sind suspending konstruiert, weil die Pause-Phase die meisten Bisse bringt.

Wie beim Crankbait bezeichnen die Begriffe die Tauchtiefe. Shallow Runner (SR) tauchen 0,1 bis 1 m, Medium Runner (MR) etwa 0,5 bis 1,5 m, Deep Runner (DR) ab 1,0 bis 3 m. Tauchschaufel-Größe und Anstellwinkel bestimmen die jeweilige Lauftiefe.

Für den Einstieg eignen sich Suspending Twitchbaits in 95 bis 110 mm als Medium Runner. Sie verzeihen Führungsfehler, bleiben bei jedem Stop auf Tiefe und fangen zuverlässig Hecht und Zander. Anfänger arbeiten mit langen Pausen zwischen kurzen Twitches und entwickeln so ein Gefühl für die Köderführung.

Rutenspitze nach unten halten (30 bis 45 Grad), mit kurzen scharfen Schlägen aus dem Handgelenk ziehen (10 bis 30 cm pro Twitch), zwischen den Twitches Schnur einkurbeln, Pausen einbauen (1 bis 3 Sekunden Stop). Rhythmus variieren: zwei kurze Twitches plus lange Pause oder drei mittlere Twitches plus kurze Pause.

Ein Magnetic Weight Transfer System ist eine bewegliche Wurfgewichts-Verteilung im Inneren des Twitchbaits. Beim Wurf rutscht das Gewicht nach hinten und sorgt für maximale Wurfweite und Wurfgenauigkeit, beim Auftreffen verlagert es sich zurück in die Lauf-Position. So gibt es Wurfweite und saubere Twitch-Action in einem Köder.

Twitchbaits werden klassisch mit Baitcaster-Setup geführt, Wurfgewicht 7 bis 30 g. Die richtige Rute hat eine straffe Spitze für saubere Twitch-Übertragung und einen weicheren Rückgrat für den Drill. Übersetzungsverhältnis der Rolle 6.0:1 bis 7.5:1, hoch genug um die Schnur zwischen den Twitches schnell einzuholen.

Geflochtene Schnur in 0,18 bis 0,28 mm Durchmesser plus Fluorocarbon-Vorfach 0,30 bis 0,45 mm und ggf. ein Stahlvorfach bei Hechtangeln. Geflochtene überträgt die Twitches direkt auf den Köder, Fluorocarbon ist im Wasser unsichtbarer und schont den Knoten am Sprengring vor Verschleiß durch ständige Bewegung.